Blumen aus GlasperlenEine alte Kunst wird wiederbelebt
Schon die alten Ägypter
benutzen Perlen, um kunstvoll verzierte Gegenstände herzustellen. Die Kunst,
die Natur in Perlen wiederzugeben, hat ihren Ursprung in Frankreich und
Norditalien des 18. und 19. Jahrhunderts. Landarbeiter in den Weinbaugebieten,
die in den Wintermonaten arbeitslos waren, bekamen "Heimarbeit" von
ideenreichen Glasfabrikanten, Glasperlen auf Stoffe zu nähen oder Stoffe mit
Perlen zu weben, aus denen pompöse Ballgewänder und Paradeuniformen gefertigt
wurden. Die "schlechten" Perlen – angebrochene, krumme, oder nicht auf Nadeln
passende –wurden ausgesondert. Die Arbeiter reihten diese Perlen auf Drähte und
bogen den Draht zu kunstreichen Blumenformen für Tisch- und Altarschmuck sowie
Dekoration für Oster- und Weihnachts-prozessionen.
In der Regierungszeit der Königin Viktoria erlebte die Blumenkunst aus
Glasperlen ihre Hochblüte. Die Totenverehrung und Grabpflege nach dem Tode des
geliebten Prinzgemahls, des Prinzen Albert, wuchsen über die bis dahin
bekannten Rituale hinaus. Bei häufigen Besuchen an den Gräbern der Verstorbenen
wurden – so wie heute – Blumen niedergelegt, allerdings waren damals Blumen nur
in manchen Monaten erhältlich. Also begannen die Frauen, Blumenkränze aus Perlen
zu binden, die zeitlos und billiger als Naturblumen und waren. Diese
"immortelles" sind heute in vielen Museen der Welt zu bewundern.
Anregungen von Frau Umar
finden sich unter www.eggeria.com, die ihre kleinen Kunstwerke Interessierten
gerne selbst präsentiert.
Eier am Christbaum Geschmackvolle Dekoration aus Hühnereiern & Co.
Biedermannsdorf, 25.10.04: Ein eigenartiges Kunsthandwerk aus Eiern aller
Art hält Einzug in den Wiener Vorstadtraum. In Biedermannsdorf, südlich von
Wien, werden neuerdings die Christbäume mit filigranem Schmuck aus
ausgeblasenen Eiern dekoriert. Raika Umar beschäftigt sich seit mittlerweile
zwei Jahren mit dieser speziellen Form, Eier zu bearbeiten. Dabei wird die
Schale des Eis mit einem Bohrer so fest und gleichzeitig vorsichtig
durchstochen, dass wunderschöne Formen entstehen.
Frau Umar hat schon viel Zeit mit dekorativen Handarbeiten zugebracht. Dies
beweist ein Gang durch das Haus in Biedermannsdorf. "In meinem Zuhause möchte
ich mich an hübschen Details erfreuen können", so Frau Umar und zeigt eine
Vitrine mit selbst-bearbeiteten Eiern, die nicht nur von Hühnern, sondern von
Enten, Gänsen, Fasanen und von Perlhühnern stammen. Einen Teil davon wird sie
heuer zum ersten Mal am Weihnachtsmarkt in Biedermannsdorf präsentieren. Sicher
ist, dass sie dort Neugierde für dieses noch wenig bekannte Kunsthandwerk
erwecken wird.
Die Idee, Eierschalen so zu verarbeiten, stammt aus den USA. Dort werden
auch Wettbewerbe veranstaltet, deren Juroren besonders auf den Schwierigkeitsgrad
des Musters und das verwendete Material achten. Im vergangen Jahr konnte die
Hobby-Bastlerin sogar einen ersten und einen zweiten Platz bei.dem "Egg Carving
Contest" in den USA". für sich verbuchen. "Diese Wertung hat mich wirklich
überrascht", so die damalige Anfängerin dieser hohen Kunst des Eier-Bohrens.
Tatsächlich gestaltet sich die Formgebung als wahre Herausforderung. Muss
man doch, abgesehen von den entsprechenden Geräten, wie Bohrer und
Halterung,... – vor allem den Drahtseilakt zwischen Festhalten und
gleichzeitigem Drücken gegen die Eierschale perfekt beherrschen. Und das will
geübt werden. Bis zu einem herzeigbaren Modell dauert es schon seine Zeit. "Die
ersten 30 Eier, die ich bearbeitete, landeten am Bio-Müll", erzählt Frau Umar.
Zur Perfektion gelangt man auch bei dieser Bestätigung nur durch hartes
Training. Einerseits bedarf es mehrerer Wochen, bis man die Handhabung des
Bohrers beherrscht, andererseits ist jedes Ei anders.
"Die Perlhuhneier zum Beispiel sind besonders klein und die Schale so
hauchdünn, dass es schon mal vorkommt, dass bei der letzten geritzten Spirale,
die Schale bricht und alles wieder als Übungsei im Kompost landet." Doch
dadurch lässt sich Frau Umar nicht beirren und hält sogleich das nächste
ausgeblasene Ei in Händen und die Formen für das Ritzen des Musters bereits im
Kopf, kann es sofort weitergehen. Ein filigran geritzter Weihnachtsengel wartet
darauf, die Eierschale zu verdrängen. Geschmackvoll, gelungen und einzigartig.
Dem Einzug dieser Dekoration in die Weihnachtszeit steht somit auch hierzulande
nichts mehr im Weg. Anregungen von Frau Umar finden sich unter www.eggeria.com,
die ihre kleinen Kunstwerke Interessierten gerne selbst präsentiert.
Bei Fragen kontaktieren Sie bitte:
Raika Umar
Tel: 0676/525 13 93
e-mail: raika.umar[at]kabsi.at
A-2362 Biedermannsdorf, Klosterstraße 3
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