Jüdische Historie in  Anatolien. Ein weiterer, glänzender Stein in  dem Kulturmosaik

In Erinnerng  an  Nedim Yahya, ein  Mitglied  der  Fünfhundertjahre Stiftung,  der  am  22. September 1997  gestorben ist.


Bearbeitet von Birol Kilic

Bei der Zeit sollte es jedem klar sein, daß die Türkei ein Hauptpunkt ist, für die drei großen monotheistischen Religionen der Welt; für den Islam, das Judentum und das Christentum. Aber da  sie ein mehrheitlich moslemisches Land ist, wissen viele Leute heute nicht mehr davon,  inwieweit  das Alte Testament  in  der  modernen Türkei gewurzelt ist.  Der  Berg Ararat  (Agri Dagi), wo Noah und seine Familie  nach der Überflutung geflohen sind, ist im Westen des Landes; in der Nähe von  Dogubayazit.  Noahs Nachkommen verbreiteten sich im großen  Teil  des Anatoliens, und einer von denen,  der  Sohn von Kanaan Heth, wird für einen Vorfahren  der Hittiten gehalten.

Von  Abraham,  dem  frühesten der  hebräischen Patriarchats, glaubt man, nach Islam, dass er in einer Höhle in der heutigen Stadt Urfa  geboren ist und ziemlich sicher in Harran im 18.Jahrhundert vor Christus gelebt hat. Diese Höhle  war später eine Zuflucht  für Jakob, als er versuchte von Esau wegzukommen. Jacobs Brunnen  ist  heute noch immer da. Sogar der Garten von Eden ist für manche  in der Türkei, weil  da  Euphrat und Tigris zu fließen anfangen.

Die heutigen großen Religionen wurden öfters  auf den  Grundlagen  von früheren, proto-monotheistischen  Glauben gegründet, die seitdem verblasst sind,  aber  dennoch  ihre Spuren hinterlassen haben. Vor viertausend Jahren war die wichtigste Gottheit der  Hittiten der Wetter-Gott  Teshub,  und  dann  waren den Mond-Gott  anbetende Sabians überall an den Orten, wo heute die südoste Türkei ist. Ihr Tempel in Harran wurde als der größeste in Mesopotamien  betrachtet. Da waren noch  Mithraists, persischer Abstammung, die  auch   den  Gott des Lichtes angebetet haben, auf den Bergen von  Nemrut , Pergamum und Olympus.

Jüdische Gemeinden haben seit früheren  Zeiten auf den Handelswegen in Anatolien  beträchlichen Einfluà ausgeübt. Und das obwohl sie  in diesem Land niemals mehr als eine Minderheitenreligion waren, auch in vielen anderen biblischen Einsiedlungen. Die jüdische Bibel ( bei den Christen als  das  Alte Testament  bekannt) ist eine Sammlung von Schriften, die ins 10.Jahrhundert v.C. züruckgehen. Und teilt  viele Legenden  mit dem Christentum und Islam zusammen; wie z.B. die Überflutung  und das Landen der Arche von Noah auf  dem Gipfel eines Berges. (Ararat für Juden  und  Christen,  Cudi für Moslems )


Die Söhne von Noah

Noah hatte drei Söhne; Ham, Shem und Japhet; nach dem Genesis 10. Der Letzte  hinterließ Nachkommen zwischen Persien, Syrien und im größten Teil des östlichen Anatoliens. Die Leute von Ham reisten entlang der Küste von Nordafrika und in die Region zwischen Tigris und Euphrat.

Das Enkelkind von Noah, Asshur, war  ein  Vorfahren der großen Assyrier, die ihr Imperium entlang des Nordens von Tigris (Dicle)  gegründet haben. Ein anderes Enkelkind, Arphaxd, war ein Vorfahren von Abraham. Heth, der Sohn von Kanaan, wird als der Vater von Hittiter vermutet, die in  Zentralanatolien von 2000 bis 600 vor Christus regiert haben und es sind  zahlreiche Anmerkungen zu dieser Zivilisation in der Bibel.

Die Assyrer besetzten  den Norden von Israel 722 v.C., und  zwei  Jahre später hat der König Sargon über  27.000 Israeliten im Norden von  Mesopotamien  auswandern lassen. Im Jahre 560 vor Christus haben  die Babylonier Judah erobert und wieder wurden  mehrere Israeliten vertrieben, ins Exil geschickt oder  "verschwunden”. Als sie sich anstrengten, ihre Identität und ihr Erbe  zu bewahren, wurden sie als die Diaspora der Juden bekannt. Manche gehen zurück,  um Jerusalem  wiederzugestalten, während Andere   jüdische Kulturzentren in  der Region  Mesopatamien bildeten.

Aber die größte Expansion der Diaspora findet statt nach der Eroberung von Alexander der Große (332-323 v.C.)  und die Migration von Palästina  wurde ermutigt. Die Zerstörung von Jerusalem und der Tempel im Jahre 70 (v.C.) verursachte eine weitere Welle. Es wird geglaubt, daß beim zweiten Jahrhundert vor Christus, eine Million Juden in Kleinasien eingesiedelt sind, verteilt in vielen großen  Handelsstädten.

Die Synagoge von Sardis , ungefähr 50 Meilen entfernt von Izmir, war einst eine von den Größten in der Geschichte, gebaut zuerst  220 vor Christus und dann wiedergebaut  im dritten Jahrhundert.

Die große Halle, die innen großzügig mit Mosaic geschmückt war, war ein Teil  des  Bad-Gymnasium Komplex der Gemeinde. Der Boden und die Wände waren aus  Marmor. Obwohl sie später bei einem Erdbeben zerstört wurde, bleibt ein großer Teil des faszinierenden Originialbodens erhalten und zieht auch heute viele Touristen  aus der ganzen Welt an. Eine teilweise Wiederaufbau, die einen hohen Status  der Gemeinde zeigt,  wurde in den 1970 ern unternommen

Ephesus, die alte griechische Stadt, die schön renoviert wurde, ist noch immer einer von den sieben Wundern der Welt und  war  der Göttin Artemis gewidmet. Die Stadt war auch eine wichige Raststätte während der Zeiten der jüdischen Diaspora von 60 bis 120 vor  Christus. Am südlichen Ende der Stadt fließt der Fluà "Meander". Das Tal dieses Flusses hat den Aufstieg und den Niedergang von sieben großen, historischen Städten sowie Priene, Miletos, Didyma und Aphrodisias miterlebt. Die meisten Synagogen dieser Städte sind noch erhalten.


Der Regenschirm des Humanismus

Seit der  Zeit der  Osmanen wurde die Türkei mit der religiösen Freiheit in  Zusammenhang gebracht, die den Weg für den heutigen, säkularen  Staat der  Türkischen Republik(Gründung 1923 durch ATATÜRK)  ebnete. Im 12. Jahrhundert während des dritten  Kreuzzuges, hatte der prachtvolle, moslemische Führer Saladin, den  berühmten Spanischen  Philosophen und Schriftsteller Maimonides, einen Juden, als sein persöhnlicher Physiker.  Ein Mann, der für die Übersetzung älterer Astronomie Bücher im Westen zuständig war, die tausend Jahre später nachdem sie in Harran  geschrieben worden sind, als revolutionär galten. Als die Osmaner Bursa im Jahre 1324  eroberten, finden sie hier eine unterdrückte jüdische Gemeinde, die die Neugekommenen als ihre Befreier anerkannte. Sultan Orhan gab ihnen die Erlaubnis  Etz-ha- Hayyim Synagoge zu erbauen, die bis vor kurzem besucht wurde. Tatsächlich waren die Osmanen den jüdischen  Flüchtlingen  gegenüber so gastfreundlich, daß im frühen 15. Jahrhundert Rabbi Itzhak Sarfati aus Edirne, einen Brief  an die jüdische Gemeinden in Europa schickte, in dem er sie  aufforderte, die Erniedrigungen, die sie unter dem Christentum erlitten haben, hinter sich zu lassen  und  "in der Türkei Sicherheit und  Wohlfahrt  zu suchen",  als Teil ihres Weges zurück nach dem Heiligen Land.

Im Sommer von 1492, unter der Regierung  des aufgeklärten Sultans Beyazid II, der den Traum pflegte, sein Imperium einen "Regenschirm des Humanismus"  zu machen, nehmen  150.000 Sephardim,  die wegen dem Erlaà der Königin Isabella und des Königs Ferdinand vor der Wahl zwischen  Tod   oder  Bekehrung   gestanden sind,  Zuflucht im Osmanischen Reich. Sie waren offiziell willkommen hier und lassen sich in Istanbul, Edirne, Bursa und in vielen anderen Städten nieder. Sie bekommen Land, Steuernachlaß, Ermutigung und Hilfe von der Regierung. "Der katholische Monarch Ferdinand wurde fälschlicherweise als weise betrachtet." sagte Beyazid II.  "denn er verarmte sein Land mit der Vertreibung der Juden und bereicherte unseres." Diese neuen  Bürger gründeten  die erste schriftliche Presse im Jahre 1493 und mit den Jahren  wurden berühmte Hofphysiker und Diplomaten Mitglieder der jüdischen Gemeinde.

Am  Anfang des  16. Jahrhunderts hatte die Jüdische Gemeinde in Istanbul  30.000 Leute,  und  war damit die wichtigste Gemeinde in  Europa. Viele Jahre lang waren  mehr jüdische Ärzte in  Istanbul  als moslemische.

Im späten  19.Jahrhundert  Dr. Isik  Pasa Molho,  ein  Admiral im Osmanischen  Heer,  und  Dr. Raphael Dalmediko, ein Offizier, halfen  ein  Krankenhaus mit 98 Betten zu ergründen, das   "Orahayim”  Krankenhaus, das heute  noch besteht.

Eine von  den   wichtigsten  jüdischen  Siedlungen,  während des Byzans und des Osmanischen  Reiches war, Balat. Dieser Stadtteil erstreckte sich  entlang der oberen Reichweite von  Golden  Horn. Viele von den  Leuten, die hier gelebt haben, waren aus Mazedonien. Und während seines goldenen Zeitalters im 18. und im 19. Jahrhundert, waren hier sechs Synagogen. Die älteste und  berühmteste ist Ahrida, die schon vor der Eroberung von Istanbul  da war und ein Altar hat, das wie die Arche von Noah gestaltet ist.

Viele jüdische Konfessionen sind  auch in Istanbul präsent. Nebst den Sephardim aus Spanien,  gibt es Askinazi Juden, die aus Krim stammen und eine Karaite Minderheit, die eine Festung im Gebiet in der Nähe von Galata Turm hatte. Im Jahre 1900 war die gesamte jüdische Gemeinde  von Istanbul 300.000.

In den 1930´ern hat der revolutinäre, säkularistische Führer, Mustafa Kemal Atatürk, viele bekannte jüdische Professoren, die in Deutschland vor der Verfolgung geflohen sind, in die Türkei  eingeladen und während des Krieges war die Türkei eine sichere Durchfahrt  für viele Leute nach Palästina.

Jedoch, seit den späten 1940´ern, ist die jüdische Gemeinde der Türkei beträchtlich abgeschrumpft. Viele sind nach Israil eingezogen um Israil zu Ünterstützen. Wenn eine Türke nach Israil zu den Türkischen Juden in Israil ein bezuch gestattet ist er oder Sie sehr vielkommene Gast. Über 100.000 türkische Juden leben nun in Istanbul. Ein großes, modernes Gymnasium pracht in Ulus. Es gibt sechzehn funktionierende Synagogen und das Fünfhundertjahre Museum wurde gebildet als Anlaß des 500 jährigen Friedens und der Toleranz.  Man feiert auch dabei  die berühmten, jüdischen Bürger, die  zum  reichen Kulturschatz der Türkei beigetragen haben. Die Zeitung  "Shalom"  hat ungefähr 4000 Abonennten und wird in Türkisch und in  Ladino gedruckt. Sie haben auch eine ausgezeichnete Buchhandlung mit jüdischen Touristenführern und historischen Büchern über die Türkei und die Osmanen.

Jüdische Touristen würden einen Spaziergang um den alten Stadtteil Galata genießen, wo auch Neve Shalom Synagoge ist, wo viele Hochzeiten und Bar Mitvahs auch heute noch stattfinden.  


Quelle: Mersina /Molly Mcanailly Burke